Einsatz Hirlatz

Ein Paar aus Großbritannien hatte seine ambitionierte Bergtour von Hallstatt über den Tiergarten und die Wiesalm bis auf den 1.934 Meter hohen Vorderen Hirlatz im Vorfeld eigentlich sorgfältig mit einer Navigations-App geplant. Während der Aufstieg bei besten Bedingungen noch problemlos gelang, zeigte sich auf dem Rückweg die oft unterschätzte Tücke des alpinen Geländes. Ab der Wiesalm geht der gut beschilderte Wanderweg in einen steilen, nur noch spärlich markierten Jagdsteig über. Im Laufe des Nachmittags schwanden bei der jungen Frau zunehmend die Kräfte, was das Vorankommen auf dem immer anspruchsvolleren Steig drastisch verlangsamte. Als gegen 20:00 Uhr die Dämmerung einsetzte, wurde die Orientierung auf dem schmalen Pfad ohne schließlich unmöglich. Um 21:00 Uhr traf das erschöpfte Paar die einzig richtige Entscheidung und setzte einen Notruf ab. Dank der genauen Standortübermittlung machten sich umgehend sechs Einsatzkräfte der Bergrettung Hallstatt mit Stirnlampen auf den Weg. Sie erreichten die Beiden rasch, doch der kräfteraubende Abstieg im dunklen und steilen Gelände zog sich hin. Kurz nach Mitternacht kamen schließlich alle wohlbehalten, aber erschöpft und ohne Verletzungen, im Tal an. Der Fall zeigt eindrücklich, dass digitale Tourenplaner die tatsächlichen Anforderungen von ausgesetzten Steigen oft nur unzureichend abbilden und wie schnell schwindende Kräfte im Gebirge zu einer zeitlichen Falle werden können.

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